Reiseblog Südamerika
Argentinien, Puna, September 2025
Kurz vor der Bolivianischen Grenze biegen wir von der Quebeada Humahuaca Richtung Puna ab, eine bergige Wüste in den Anden. Die Puna ist vor allem eines: Extrem. Das in vielerlei Hinsicht, kalt und hoch, trocken und windig, einsam und abgelegen. Am meisten aber ist die Wüste extrem schön. Dort testen wir, mal mehr und mal weniger freiwillig, unsere Grenzen aus.
Wie tiefe Temperaturen halten Sarah und Jan im Zelt aus? -20 C, die vielen Flamingos, die wir am nächsten Tag sahen, halfen aber ganz gut, die eher Schlaflose Nacht zu verdauen.
Wie niedrig kann die Luftfeuchtigkeit sein? 0%, unsere Schleimhäute haben es uns allen mit Nasenbluten gedankt.
Auf welche Höhe können wir„Walti“ prügeln? 4‘965 m.ü.M, was uns nach den Problemen mit dem Motor, die wir am Anfang der Reise noch hatten, zugegebenermassen überrascht hat.
Wie hoch schaffen wir es aus eigener Kraft? 5‘170 m.ü.M, einige von uns schwörten sich noch auf dem Gipfel, dass dies der letzte Fünftausender sei.
Gegen Ende liessen wir die gemeinsame Zeit auf niedrigeren Höhen und bei gemütlicheren Temperaturen, aber nicht weniger schönen Landschaften ausklingen.

Argentinien, Quebrada de Humahuaca, Ende August 2025
Die nächsten drei Wochen sind wir mit Sarah und Jan, Freunde aus der Schweiz, zu viert unterwegs. Es macht Spass, gemeinsam ein neues Gebiet zu erkunden, gerade in der "Quebrada de Humahuaca" gibt es viel zu entdecken. Abend für Abend sagen wir zueinander: „Hüt isch au weder en Highlight-Tag gse!“.

Argentinien, Salta, Mitte August 2025

Argentinien, Nationalpark Pilcomayo, Anfang August 2025
Da wir die letzten Tage hauptsächlich im Auto verbracht haben, wir sind einmal quer durch Paraguay gefahren, kam uns der kleine Nationalpark Pilcomayo in Argentinien gerade recht. Hier fühlten wir uns wie in einem kleinen Paradies. Mitten im Kontinent, hatten wir das Gefühl, als wären wir auf dem Weg an einen Karibikstrand. Perfekt um Energie für weitere Fahrtage zu tanken. In Bolivien wird gerade ein neuer Präsident gewählt und deshalb ist mit Strassenblockaden zu rechnen. In Lateinamerika offenbar ein gängiges mittel, sich in der Politik gehör zu verschaffen. Deshalb haben wir beschlossen, Bolivien vorerst auszulassen und uns für später auf zu sparen. Das bedeutet aber auch, dass wir anstatt durch Bolivien einmal quer durch Paraguay, für uns ein eher uninteressantes Land, fahren mussten.
Dass die ermüdenden Kilometer erst in Argentinien auf uns zukommen wussten wir noch nicht, merkten es aber spätestens dann, als unser Navi uns anzeigte “In 502 km Links abbiegen“. Hunderte Kilometer auf mittelmässiger Strasse, umgeben von den immer gleichen Büschen, immer schnurgeradeaus. Umso verheissungsvoller war dann der Moment, als weit hinten am Horizont die ersten Berge der Anden auftauchten. Auf die hohen Berge freuen wir uns schon eine ganze weile und noch besser, hier wartet sogar Besuch aus der Schweiz auf uns.

Brasilien, Schifffahrt nach Corumba, Ende Juli 2025
Um von Porto Joffre ins südliche Pantanal zu gelangen hat man zwei Optionen. Entweder man fährt etwa 1500 Kilometer, vorbei an den immer gleichen Sojafeldern. Oder man fährt mit einem Schiff den Rio Ciuaba und später den Rio Parana bis Corumba runter. Mit diesem Schiff werden normalerweise Kühe denn Fluss rauf und runter transportiert, aber manchmal kommt auch ein Schrank oder ein paar Reisende mit ihren Wohnmobilen dazu. Da hört sich die Flussfahrt doch um einiges spannender und entspannter an, sagen wir uns.
Nachdem das Schiff über einen Tag verspätet ankam, sagte der Kapitän zu uns, wir können in einigen Stunden die Autos verladen. Erst müssten sie aber noch Kühe auf eine Fazenda weiter den Fluss hinauf transportieren. Viele Kühe, wurde uns nach und nach bewusst. Nach einem Tag erst, waren alle Tiere auf den Pontons verladen und wurden vom Schiff den Fluss hinauf geschoben. Das abladen der Kühe ging dann wesentlich flotter und mitten in der Nacht, wir haben fast nicht mehr daran geglaubt, konnten wir mit 3 Tagen Verspätung auf das frisch gewaschene Ponton fahren.
Der Rest war dann einfach nur noch purer Genuss. Die langsam vorbei ziehende Landschaft war atemberaubend schön, die Schiffscrew super nett und das Essen sogar auch ganz gut. Nach 35 Stunden, fast enttäuscht, dass es schon vorbei war, kamen wir in Corumba an.

Brasilien, Nördliches Pantanal, Juli 2025

Brasilien, Südliches Pantanal, Juli 2025
Nach Brasilien wollten wir hauptsächlich, um uns das Pantanal anzuschauen. Pantanal heisst auf Deutsch schlicht "Sumpf" und ist ein riesiges Ökosystem, das etwa fünf mal die Fläche der Schweiz umfasst. Als wir von diesem riesigen Sumpfgebiet zum ersten mal hörten, haben wir uns ein Gebiet mit, wen wundert's, viel Wasser vorgestellt. Umso erstaunter waren wir, staubige Strassen und riesige Rinderherden vorzufinden - und vor allem eine unfassbar schöne Landschaft und vielfältige Tierwelt. Wasser ist in diesem "Sumpf" um diese Jahreszeit eher nebensächlich, es ist auch gerade Trockenzeit. Und wenn, dann hat sich das Wasser sicher ausgerechnet als tiefe Pfütze auf der Strasse gesammelt, die für unser Auto definitiv zu tief ist.

Brasilien, Bonito, Anfang Juli 2025











































































































