Reise 2020 - 2022
Anfang September 2020 machten wir uns mit unserem umgebauten Krankenwagen auf unsere erste grosse Reise. Ohne Ziel oder wirklichen Plan. Die ursprüngliche Idee, durch Osteuropa, über Zentalasien bis nach Indien zu reisen, war aufgrund der Pandemie eher schwierig umzusetzen. Ganz vergessen wollten wir diesen Plan aber noch nicht. Also sind wir erst gemütlich über den Balkan in die Türkei und weiter bis in den Irak gefahren. Weiter ging es dann aber wirklich nicht. Darum haben wir für Walti mehr oder weniger spontan eine Überfahrt von Deutschland nach Mexiko gebucht und sind von Veracruz in Mexiko bis nach Panama weitergereist.

Italien, September 2020

Slowenien, Ende September 2020

Kroatien, Oktober 2020

Paklenica Nationalpark, Kroatien, Oktober 2020
Nach etwa sechs Wochen im Bus gehen wir die Sache für einige Tage etwas anders an. Zu Fuss wandern wir im Paklenica Nationalpark von Hütte zu Hütte und geniessen die Abgeschiedenheit und faszinierende Natur.

Montenegro, Ende Oktober 2020

Albanien und Kosovo, November 2020

Albanien, Dezember 2020

Nord Mazedonien, Dezember 2020
Wir sind auf dem Weg vom Südlichen Albanien über Nord Mazedonien in den Kosovo. Eher zufällig entdeckten wir auf der Karte ein kleines Skigebiet in Nord Mazedonien, nahe der Stadt Tetovo. Inzwischen wissen wir, dass eben dieses Skigebiet "Popova Shapka“ das Freeridegebiet in Nord Mazedonien schlecht hin ist.
Davon noch nichts ahnend, bogen wir in Tetovo, auf etwa 500 M.ü.m. liegend, in Richtung Berge ab. Der strömende Regen beunruhigt uns noch nicht besonders: „Das Skigebiet ist ja noch ordentlich höher“, sagten wir zueinander. Allerdings brachte uns die Strasse sehr schnell höher in Richtung Skigebiet, ohne dass der Regen endlich in Schneefall überging. Wir zweifelten schon sehr an unseren Skiplänen, als uns, um eine der letzten Kurven biegend, die weisse Pracht umso schöner begrüsste. Von einem Moment auf den anderen war die Landschaft winterlich verschneit und das Chaos auf der Strasse perfekt. Der Schnee, gepaart mit dem Wunsch möglichst nahe Skigebiet parken zu können, führte zu einem durcheinander, dem zu entrinnen nach Ansicht der Einheimischen, nur mit noch etwas aggressiverer Fahrweise möglich war.
Als wir unseren Bus endlich auf einem Platz abstellen konnten, wurden wir auch gleich, mit der für den Balkan typischen Gastfreundschaft, auf Bier und Grilliertes eingeladen. Wie es der Zufall wollte, waren die Gönner ein paar der wenigen Freeridern Nord Mazedoniens. Bereitwillig gaben Sie uns Auskunft darüber, wo momentan der beste Schnee liegt und wo die Sicht einigermassen gut sein könnte. Mit diesem Wissen machten wir uns die nächsten Tage daran, mit den Tourenskis die Gegend zu erkunden und die schönsten Hänge zu verspuren. Der Winter hat auch uns erreicht.

Bulgarien, Januar 2021
Während Frau Holle in der Schweiz nicht mit ihren reizen sparte war der Winter im Balkan anfang Januar sehr Niederschlagsreich aber überdurchschnittlich Warm. Das mag für den toll sein, der besonders gerne Regenwürmer beobachtet oder der Blumen giessen nicht mag. Wer aber, wie wir, Skifahren möchte hat schlechte Karten. Aus dem Kosovo sind wir nach einem Check des Wetterberichts sehr spontan ausgereist um unser Glück in Bulgarien zu versuchen. Ein Zürcher Fahrradtourist, den wir in Albanien kennengelernt hatten, erzählte uns ehrfurchtsvoll von dem „arschkalten“ Land mit den hohen Bergen.
Nun ja, es war Arschkalt in Bulgarien, zumindest Zeitweise. So Kalt, dass wir uns für einige Tage in einem billigen Berghotel aus den Sowjetzeiten einquartiert haben. Der Betreiber von dem Hotel, der kaum ein Wort Englisch oder Deutsch sprach, hat uns sofort unter seine Fittiche genommen und, exklusiv für uns, das Selbstbedienungskonzept über den Haufen geworfen. Und wenn wir dann doch einmal den Tee selber holen wollten, hallte der Ausruf „Deutschland, raus“ von den von den Wänden wieder und wir wurden per Handzeichen auf unsere Plätze verwiesen. Dass wir eben nicht aus Deutschland seien, hat er bis zu Schluss nicht begreifen wollen. Natürlich haben wir uns nicht nur wie die Paschas bedienen lassen, sondern sind auch Skigefahren. Mit den Fellen an den Brettern haben wir schöne Hänge und guten Schnee gefunden, der uns für einige Tage beglückt hat.
So kam es, dass uns Tag für Tag der Pulverschnee ins Gesicht spritzte und wir vor lauter Glückseligkeit kein Gedanke mehr an die Kameras in unseren Rucksäcken verschwendet haben. Eigentlich schade, könnte man im nachhinein sagen, aber vergessen werden wir die Zeit in den Bergen von Bulgarien auch ohne Fotos nicht so schnell.

Kappadokien, Türkei, Mitte März 2021






























































